Super-8 Filme zu HD Filmen konvertieren

Donnerstag, Januar 13, 2011
By Felix

Wer von Ihnen noch alte Schätze in Form von Super-8 Filmen besitzt, kann diese jetzt in professioneller Qualität in HD Videos konvertieren. Für die Umwandlung der Filme in digitale Einzelbilder gibt es ein deutsches Unternehmen. Die Details habe ich im ersten Teil ausführlich beschrieben. Jetzt geht es um die Umwandlung. Mein Tipp:

  • Die meisten Nutzer sollten das “Archiv-Set” bestellen, bestehend aus einem Film mit angepasster Geschwindigkeit (AVI-Dateiformat) und einer Bildsequenz (als Backup)
  • Fortgeschrittene Videofilmer, die sich mit dem Schnitt gut auskennen, können nur die Einzelbilder als Sequenz (”Bildsequenz”) bestellen und sparen somit Geld.

Sie erhalten (sofern bestellt) neben den AVI-Filmen, die Sie direkt ansehen können, auch einen Ordner pro Film, in dem sich zwischen 15.000 und 30.000 einzelne Bilder im JPG-Format befinden. Die JPG-Bilder lassen sich auf nahezu jedem Rechner öffnen, denn das Format ist für Bilder stark verbreitet. Auch die meisten Schnittprogramme können JPG Bilder bearbeiten. Die Bilder sind durchnummeriert ( z.B: SQ_000001.jpg, SQ_000002.jpg, …). Sie können jedes einzelne Bild sehen. Ein Beispiel (Sie können es anklicken und in voller Auflösung sehen):

Originalbild: name_SQ_016613.jpg

Originalbild: name_SQ_016613.jpg

Man sieht, dass zunächst das Filmmaterial in roher Form digitalisiert wurde:

  • Die Farben sind (noch) Original
  • Die Ränder sind (noch) nicht beschnitten

Das bildet eine optimale Grundlage für die weitere Bearbeitung, denn Sie können bestimmen, wie das Material am Ende aussehen soll.

Schritt 1: Bildsequenz in Film umwandeln

Dieser Schritt ist nur für die Leser notwendig, die sich keine AVI-Datei bestellt haben, sondern nur die einzelnen Bilder des Super-8 Filmes als Serie. Damit Sie nicht mit 30.000 Einzelbildern arbeiten müssen, ist es sinnvoll, die Einzelbilder als einen Film zu speichern. An dieser Stelle sollten Sie die Bilder noch nicht bearbeiten, also auch nicht durch einen weiteren Codec die Qualität verschlechtern.

Für die Umwandlung benutze ich den Quicktime Player 7 Pro, der etwas Geld kostet. Möglicherweise gibt es noch weitere Programme, die Bilderserien in Filme umwandeln kann. Man öffnet den Quicktime Player und wählt im Menü den Punkt “Bildsequenz öffnen”. Dann wählt man die erste JPG Datei an. Man wird dann gefragt, mit welcher Bildrate ein Film erstellt werden soll. Damit diese passt, wählen Sie 25 Bilder pro Sekunde (fps). Die wirklichen Geschwindigkeiten von Filmen sind normalerweise:

  • 18 Bilder pro Sekunde (fps) für Super-8 Material
  • 16 Bilder pro Sekunde für Normal-8 Material

Daher laufen die Filme merklich schneller, aber das stellen wir später ein.

Schritt 2: Import und Bildoptimierung

Anschliessend importieren Sie die Videos in Ihr Schnittprogramm. Achten Sie darauf, dass das Projekt auf Full-HD eingestellt ist, Zeitbasis 25 Bilder pro Sekunde. Zunächst sollten Sie sich um die Farben und die Bildränder kümmern. Wie Sie die Farben korrigieren, lesen Sie im Bedienungshandbuch Ihres Schnittprogrammes. Das soll an dieser Stelle nicht das Thema sein. Das zweite Thema sind die schwarzen Ränder. Da Super-8 und Normal-8 Material in dem Seitenverhältnis 4:3 gedreht wurde, haben wir rechts und links “schwarze Balken”, denn HD ist immer in 16:9. Sie haben jetzt 2 Möglichkeiten:

  • Die Bildgröße so belassen (Vorteil: es ist alles, was aufgenommen wurde zu sehen, Nachteil: Das Bild sieht nicht so schön aus)
  • Das Bild beschneiden und vergrößern (Vorteil: Ein gleichmäßiges, “gewohntes” Bild, Nachteil: Man sieht nicht alles, was aufgenommen wurde, man hat kein originäres Full-HD Bild mehr, sondern muss das Bild vergößern)

Was Sie besser finden, bleibt Ihnen überlassen. Damit Sie sehen, was ich meine, habe ich in das Bild einen roten Rahmen eingefügt. Er ist im Seitenverhältnis 16:9. Die sehen, dass man oben und unten Bildinformationen verliert, wenn man das Bild beschneidet.

Rot markiert: das 16:9 Bild

Schritt 3: Die richtige Geschwindigkeit

Jetzt sind die Farben korrigiert, das Bild ist im richtigen Seitenverhältnis. Jetzt fehlt noch die Geschwindigkeit. Das die Fernsehnorm in Europa PAL ist und hier 25 Bilder pro Sekunde festgeschrieben sind, empfiehlt es sich, auch die alten Bilder auf die 25 Bilder pro Sekunde zu konvertieren. Rein mathematisch bedeutet dies, dass die 16/18 Bilder pro Sekunde ( Quellmaterial) auf 25 Bilder pro Sekunde verteilt werden müssen. Das einzelne Bild wird also länger stehen. Dies nennt sich gemeinhin auch Zeitlupe. Nur dient hier die Zeitlupe dafür, die Geschwindigkeit anzupassen, nicht langsamer zu zeigen. Was bedeutet das konkret im Regelfall?

  • (Normal-8) 16 Bilder pro Sekunde =  64% von 25 Bildern pro Sekunde
  • (Super-8) 18 Bilder pro Sekunde = 72% von 25 Bildern pro Sekunde

Wenn Ihr Film also bereits 25 Bilder pro Sekunde hat (und damit alles schnell läuft), probieren Sie bei Normal-8 eine Geschwindigkeit von 64% (statt 100% aktuell), bzw. 72% Geschwindigkeit bei Super-8 Material. Der Prozess ist ziemlich rechenintensiv, weshalb es mehrere Stunden dauern kann, bis alles berechnet ist. Dann geben Sie den Film als fertigen Film aus. Es empfiehlt sich, den fertig bearbeiteten Film in höchster Qualität abzuspeichern, denn aus diesem fertigen Film können Sie dann später sämtliche anderen Formate (z.B. DVD, BluRay) konvertieren. Sie können ein MOV oder AVI Dateicontainer nutzen und als Codec z.B. JPG (Qualität 95%), ProRes, Animation Codec, oder 8bit unkomprimiert (wird recht groß).

Wie die Qualität der Filme werden kann, sehen Sie direkt bei der Schmalfilm Galerie.

Ein Kommentar to “Super-8 Filme zu HD Filmen konvertieren”

  1. [...] Wie Sie die Einzelbilder von Schmalfilm-Archiv.de in HD-Filme umwandeln, erfahren Sie im zweiten Teil. [...]

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