Camcorder System: HDD (Festplatte)

Mittwoch, Oktober 1, 2008
By Felix
Dies ist Thema Nummer 7 von 57 des Buches Selbstgedrehte Videos

In dem Buch Selbstgedrehte Videos vor- und zurückblättern «Camcorder System: DVDCamcorder System: Analog (HI8, Video8, VHS-C, VHS)»

Ja, wieder so eine Stolperfalle beim Camcorderkauf: HDD hat nichts mit HD zutun. HDD bedeutet «hard disk drive», also Festplatte, während mit HD «high definition» das hochauflösende Video gemeint ist. Eine Festplattenkamera speichert die Daten – wie der Name schon vermuten lässt – auf einer internen Festplatte ab. Festplattenkameras funktionieren also ähnlich wie DVD-Camcorder, nur wird hier statt auf DVDs auf eine Festplatte geschrieben. Auf eine 30-GB-Festplatte passen ca. drei Stunden Film- und Tonmaterial in der höchsten Qualitätsstufe (bei HD Material).

JVC-Festplatten-Camcorder

JVC-Festplatten-Camcorder

Vorteile:

Ein Festplattencamcorder spielt vor allem bei langen Sequenzen seine Trümpfe aus. Stellen Sie sich eine Theatervorführung, ein Konzert, oder eine lange Rede vor. Da können sich schlecht unterbrechen, um das Speichermedium zu wechseln. Die Festplatte erlaubt es später für den Schnitt, Videos in mehrfacher Geschwindigkeit auf die Festplatte des PCs zu kopieren, was bei sieben oder mehr Stunden Material schon sehr nett ist. Wer die Bilder vom Festplatten- Camcorder laden möchte, kann bei einigen Modellen einen DVD-Player anschließen. So entfällt der Umweg über den PC. Sie können sich sogar während des Drehs die Aufnahmen ansehen, denn der Camcorder sucht automatisch nach freien Stellen auf der Festplatte. Daher lassen sich Aufnahmen nicht versehentlich löschen. Die Kameras sind handlich, vergleichbar mit einer DV-Kamera. Es gibt mittlerweile fast nur noch Festplatten-Camcorder, die in HD aufzeichnen können. Meist ist es das AVCHD-Verfahren, welches sehr effektiv arbeitet.

Nachteile:

Wenn die Festplatte voll ist, kann sie nicht getauscht werden, der Dreh ist dann im Zweifelsfall vorbei. Um die Festplatte wieder frei zu bekommen, müssen die Bilder nach dem Dreh auf ein anderes System kopiert werden, zum Beispiel auf DVD oder eine externe Festplatte.

Fazit:

Das HDD-System lohnt sich, wenn Sie lange Sequenzen ohne Pause, oder wenn Sie nie mehr als sieben Stunden drehen. Oder beides. Sie brauchen beim Dreh nicht an zusätzliche Leer-DVDs oder Kassetten zu denken. Die Bilder können Sie in hoher Geschwindigkeit auf den PC übertragen und dort speichern oder auf DVD übertragen. Dieses System komprimiert die Daten meistens im AVCHD-Verfahren; bei mittlerer Kompression ist die Qualität zwar OK, aber das Material lässt sich nicht so einfach schneiden. Sollte eine Festplatte einmal während des Drehs voll sein, kann man bei vielen Camcordern mit einer Speicherkarte Abhlfe schaffen. Festplatten-Camcorder sind etwas teurer als vergleichbare Camcorder anderer Systeme.

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2 Kommentare to “Camcorder System: HDD (Festplatte)”

  1. Sven

    Ich möchte gerne wissen, wieso sich Videos, die im MPEG 2, 4 oder AVCHD Format aufgenommen worden sind schlecht schneiden lassen.

    #280
  2. Hallo Sven,
    diese Videocodecs sind darauf ausgelegt, viel Platz auf dem Medium zu sparen, damit auf eine Festplatte oder eine Speicherkarte mehr als nur ein paar Minuten Film passt. Diese Formate arbeiten so, dass sie im Regelfall das erste Bild einer Reihe (sog. Keyframe) komplettt abspeichern (im Prinzip wie ein JPEG Foto) und dann bei Folgebildern nur die Veränderungen abspeichern. Wenn du zum Beispiel auf einer Wiese stehst und winkst, ist die einzige Bildveränderung dein winkender Arm. Der Rest des Bildes bleibt gleich. Wenn dieser jetzt vom Vorbild übernommen wird, spart man viel Speicherplatz.
    Schwierig wird es im Schnitt, wenn du jezt versuchst auf das 2. Bild zuzgreifen. Denn da steht ja nur die Veränderung im Vergleich zum ersten Bild. Daher müssen diese Formate in der Regel vor dem Schnitt in ein anderes Format umgewandelt werden, welches jedes Bild einzeln und komplett abspeichert. DV ist zum Beispiel ein solcher Codec (”Format”). Einige Schnittprogramme wandeln dieses Material beim Importieren automatisch um, sodass man es evtl. nicht bemerkt. Nachteil ist, dass das Material noch einmal umgewandelt wird, was für die Bildqualität nicht gut ist und das dies Zeit kostet.
    Ist etwas technisch, aber ich hoffe, es war einigermaßen verständlich.
    Grüße Felix

    #283

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