Camcorder System: DVD
Mittlerweile hat der DVD-Player den Videorekorder in vielen Wohnzimmern verdrängt. Kein Wunder, denn DVDs bieten ein scharfes Bild und klaren Ton. Da liegt es für die Hersteller natürlich nahe, Camcorder auf den Markt zu bringen, die direkt auf DVDs aufzeichnen.

DVDs aus einem DVD-Camcorder kann man u. U. direkt im DVD-Player abspielen (Foto: Sony, HDR-UX9).
Vorteile DVD Camcorder
Die Medien lassen sich im heimischen PC oder im DVD-Player abspielen – sofern der DVDPlayer das DVD-Format unterstützt und die 8-cm-Mini-DVDs lesen kann. Wer sein Material schneiden möchte, braucht es nicht stundenlang in Echtzeit in den PC einzuladen, sondern kann die Bilddaten rasch direkt ins Schnittprogramm importieren. Wer auf den Computerschnitt verzichten möchte und nur einfache Schnitte benötigt, kann bei einigen DVD-Camcordern das Material direkt in der Kamera schneiden. Gerade gedrehte Szenen lassen sich in der Kamera ohne Bandspulen direkt ansteuern und ansehen. Man kann sich während des Drehs gefahrlos die aufgezeichneten Filme ansehen, denn der DVD-Rekorder sucht automatisch nach leeren Stellen auf der DVD. So können die Bilder nicht versehentlich überspielt werden.
Nachteile DVD Camcorder
Das große Manko der DVD-Camcorder ist ihre Bildqualität. Das hat zwei Gründe: Damit die DVDs in die Camcorder passen, mussten die Hersteller auf Mini-DVDs zurückgreifen. Sie sind mit 8 Zentimetern Durchmesser deutlich kleiner als die normalen DVDs mit 12 Zentimetern, die Sie vielleicht von Ihrem DVD-Player kennen. Mini-DVDs bieten Platz für nur ca. 20 Minuten Film bei guter Qualität (Das entspricht ca. 1,4 GB Speicher. Zum Vergleich: normale DVDs bieten bis 4,7 GB Speicher, eine DVKassette für 60 Minuten speichert sogar 12 GB). Zwar kann man auch 60 Minuten auf eine Mini-DVD bringen, aber das Bild ist dann noch höher komprimiert und wird sichtbar schlechter. Die Bilddaten werden mit dem MPEG2-Verfahren komprimiert. Dieses Format wurde ursprünglich dafür geschaffen, die großen Hollywoodstreifen auf nur einer DVD in unser Wohnzimmer zu bringen. Das Format wurde nicht dafür konzipiert, die Bilder anschließend noch zu schneiden. Genau das wollen jetzt aber die Hersteller der DVD-Camcorder. Die Mini-DVD Rohlinge sind verglichen mit ihrer Aufnahmekapazität teurer als DV-Kassetten. Selbiges gilt für die Camcorder. Sie kosten bei gleicher Ausstattung meistens mehr als DV-Camcorder. Bei den DVD-Camcordern gibt es verschiedene DVD-Formate(-R, -RW, +R, +RW, DVDRAM). Die DVD-Player im Wohnzimmer unterstützen aber selten alle Formate gleichzeitig. Das hängt ab von der Marke, der Preisklasse und so weiter. Man muss vor dem Camcorder-Kauf also wissen, welches Format der eigene DVD-Player verarbeiten kann. Bedenken Sie allerdings, dass sich das Bildmaterial nicht sonderlich gut für den Schnitt am PC eignet. In Sachen Bildqualität ist der Film von der DVD im Vergleich mit dem DV-Format klarer Verlierer. Es gibt auch DVD-Camcorder, die in HD aufzeichnen können. Hier ist es das AVCHD-Verfahren, welches sehr effektiv arbeitet.
Fazit
Der DVD-Camcorder könnte sich für Sie lohnen, wenn Sie ein einfaches Videosystem wünschen, das man auch am heimischen DVD-Player abspielen kann. Bei manchen Kameras lassen sich die Videos grob in der Kamera schneiden. Das DVD-System ist nicht gut für den Schnitt am PC geeignet und die Bildqualität ist eher durchschnittlich.
Download DVD Camcorder Testmaterial
Hier gibt es Testmaterial einer DVD Videokamera zum herunterladen. Ich habe einmal mit einer einfachen Kamera gedreht. Es ist ein MPEG-Format, welches man z.B. mit dem kostenlosen VLC Player oder dem kostnelosen MPEG Streamclip sehen kann. Sie können bei dem Material sehr gut die Laufwerksgeräusche hören und sehen am Computer die “zackigen Ränder”, die durch das Interlaceverfahren entstehen (Halbbilder). Sollten Sie keinen Ton hören, nutzen Sie bitte die erwähnten Player.


