Mikrofon – Camcorder Zusatzausrüstung
Wenn Sie vorhaben, nicht nur Tiere und Wälder zu drehen, empfiehlt es sich, ein gutes Mikrofon beim Dreh dabei zu haben. Leider ist der Ton das größte Manko bei den Kameras. Das eingebaute Mikrofon liegt meist nah am Kameralaufwerk und am Zoom-Motor in der Kamera. Die Folge: Diese Geräusche werden häufig mit aufgezeichnet. Was kann man tun? Wenn die eigene Videokamera einen Mikrofonanschluss hat: Glückwunsch, kaufen Sie sich ein externes Mikrofon. Im Profibereich werden nur externe Mikrofone genutzt. Diese sind nur per Kabel oder Funk mit der Kamera verbunden und zeichnen daher die Eigengeräusche der Kamera nicht mit auf. Wenn Sie ein Mikrofon kaufen möchten, dann werden Sie mit einigen Begriffen konfrontiert. Wichtig im Videobereich sind folgende Punkte:
1. Der Typ. Entweder ist es ein Kondensatormikrofon, oder ein dynamisches Mikrofon. Grundsätzlich kann man sich merken, dass Kondensatormikrofone Strom benötigen (z.B. durch eine eigene Batterie, oder durch die Kamera, die sog. «Phantomspeisung»), dafür sind Kondensatormikrofone aber sehr empfindlich und können auch weit entfernte Geräusche sauber aufzeichnen. zu laut darf es aber nicht weden, dann «überschreien» diese Mikrofone gerne mal. Ich nutze mein Kondensatormikrofon meist für Interviews, oder direkt auf der Kamera. Zu 90% habe ich damit einen guten Klang. Dynamische Mikrofone sind dagegen «grobe Burschen». Sie geben auch in einer Disko den Ton sauber weiter und werden oft für die Aufnahme von Schlagzeugen genutzt. Dynamische Mikrofone sind eher günstiger als Kondensatormikrofone. Was die Stärke der dynamischen Mikrofone ist, ist aber auch ihre Schwäche: Die aufzunehmende Tonquelle muss sehr laut sein –oder entsprechend nah am Mikrofon. Ich nutze mein dynamisches Mikrofon in extremen Situationen, wie z.B. in Diskotheken oder Veranstaltungen, wenn die Umgebungsgeräusche sehr laut sind. Dann halte ich das Mikrofon sehr nah an den Mund des Interviewpartners. Der Ton klingt dann immer sauber.
2. Die Richtcharakteristik. Hier sind Kugel, Niere und Superniere interessant. Die Richtcharakteristik steht für die Richtung, aus der der Ton hauptsächlich aufgenommen wird. Nehmen wir das eingebaute Mikrofon Ihrer Kamera. Dies ist in der Regel ein Kugelmikrofon. Hier werden die Geräusche rund um das Mikrofon herum gleich laut aufgefangen. Da man sich den Aufnahmebereich des Mikros wie eine Kugel vorstellen kann, spricht man auch von einem Kugel-Mikrofon. Das ist auch der Grund, warum die Kamerageräusche und auch alle anderen Geräusche der Umgebung aufgezeichnet werden. Die Bezeichnung «Kugel» hat also nichts mit der Form zu tun. Ein Nierenmikrofon zeichnet von oben gesehen den Ton sehr gut auf, von der Seite und von unten allerdings recht wenig. Dadurch ergibt sich die Form einer Niere, die dieser Richtcharakteristik den Namen verleiht. Mein dynamisches Mikrofon ist zum Beispiel ein Nierenmikrofon, dass bei lauten Umgebungen zum Einsatz kommt. Eine Superniere («Richtmikrofon») ist noch extremer und nimmt den Ton sehr zielgerichtet (geradeaus) auf. Mein Kondensatormikrofon ist eine Superniere. Es ist direkt oben auf der Kamera und nimmt nur den Ton auf, wenn die Schallquelle auch wirklich im Bild zu sehen ist.
Manche Kameras besitzen einen Blitzschuh, den Sie vielleicht auch von Fotoapparaten kennen. Dort können Sie spezielle Mikrofone aufschieben und haben so wieder eine Hand frei. Sie werden es zu schätzen wissen, wenn Sie bei lauten Nebengeräuschen eine Frage an jemanden stellen wollen. Die Lautstärke bei den externen Mikrofonen wird meistens automatisch ausgepegelt. Nur bei (semi-)professionellen Kameras gibt es die Möglichkeit, diese manuell zu steuern. Die Automatik reicht in der Regel aber. Sie können das Mikrofon später beim Schnitt noch benutzen, um Ihren Film zu vertonen. Näheres dazu später.
Tipp: Mikrofonanschluss
Viele Videokameras bieten mittlerweile einen Anschluss für ein Mikrofon. Achten Sie aber darauf, dass das Mikro zum Anschluss passt. Einige Mikrofone werden mit dem Strom der Kamera gespeist, diese Stromleitung bieten aber nur spezielle Anschlüsse (sog. XLR Anschlüsse). Die einfachen Camcorder verfügen aber «nur» über einen Klinkenanschluss. Doch auch hier lässt sich ein professionelles Mikrofon anschliessen. Es gib Kondensatormikrofone, die eine eigene Phantomspeisung haben, sich also selbst mit Strom versorgen. Bei dem gezeigten Mikro benötigt man dafür nur eine einfache Batterie. Dann schliesst man nur noch ein passendes Adapterkabel an und schon funktionieren auf Profimikrofone bei einfachen Camcordern. Kostenpunkt für so ein Mikro: ca. 360 Euro. Klingt aber dafür echt super !



