Weitwinkel – Camcorder Zusatzausrüstung

Samstag, Februar 23, 2008
By Felix
Dies ist Thema Nummer 15 von 57 des Buches Selbstgedrehte Videos

In dem Buch Selbstgedrehte Videos vor- und zurückblättern «Kopfhörer – Camcorder ZusatzausrüstungReflektor für Videodreh»

Das Weitwinkelobjektiv ist ein sehr wichtiges Werkzeug. Gerade bei Hobbycamcordern hat man oft das Problem, dass das Objektiv keinen starken Weitwinkel hat. Das bedeutet, dass man auf dem Bild wenig von der Situation sehen kann.

Die Party in der Wohnung, das Interview in lauter Umgebung, oder das schöne Panorama im Traumurlaub.
In manchen Dreh-Situationen ist es günstig, im wahrsten Sinne des Wortes “weitsichtig” zu sein und mehr Bild einzufangen. Hier helfen die so genannten Weitwinkelobjektive. Dies sind kleine Vorsätze, die man auf das eigentliche Objektiv der Kamera schraubt. Sie funktionieren im Prinzip wie eine Lupe –nur eben genau anders herum.

Weitwinkel

Weitwinkel

Viele Hobbykameras, aber auch die Profimodelle, sind ab Werk nicht sonderlich weitwinklig. Meine Kamera (Sony HDR-HC1) ist da keine Ausnahme. Hier ein Beispiel:

Sony HDR-HC1

Sony HDR-HC1

Das Bild ist aus der gleichen Entfernung aufgenommen, mal mit und mal ohne Weitwinkelobjektiv. Prinzipiell könnte man auch einfach einen Schritt weiter nach hinten gehen, um alles auf das Bild zu bekommen, dass geht aber häufig beim Dreh nicht. In Wohnräumen, Autos, auf einer Bergspitze und anderen Situationen ist der Platz einfach begrenzt. Deshalb nutze ich bei meinen Drehs fürs Fernsehen auch zu 95% ein Weitwinkelobjektiv. Es ist besonders praktisch, wenn man ein Interview führt und nah an die Person heran kann, denn oft drehe ich mit einem Richtmikrofon (Superniere) auf der Kamera. Je näher ich also an die “Schallquelle” heran komme, desto besser wird der Ton.

Bei einem Weitwinkel gibt es unterschiedliche Stärken. Ein Standard-Weitwinkel hat z.B. den Faktor 0.5 oder 0.7. Dieser verrät, wie stark das Weitwinkel ist. Der Faktor 0.5 bedeutet, dass mit Weitwinkel doppelt so viel im Bild zu sehen ist.

Ohne Weitwinkel

Ohne Weitwinkel

Mit Weitwinkel 0,5: Etwa doppelt so viel sichtbar

Mit Weitwinkel 0,5: Etwa doppelt so viel sichtbar

Mein Weitwinkel hat den Faktor 0.5, die Vergleichsbilder oben zeigen den Unterschied.
Grundsätzlich gilt: Je kleiner der Wert, desto mehr ist im Bild zu sehen. Also der Faktor 0.5 zeigt mehr, als 0.7.
Leider haben Weitwinkel nicht nur Voreile, sondern in bestimmten Situationen Nachteile. Wenn man auf Safari in der Serengeti unterwegs ist und ganz nah an weit entfernet Giraffen, Elefanten und andere Tiere zoomen möchte, ist ein Weitwinkel hinderlich, da man natürlich nicht mehr so nah “heran kommt”. Ein weiterer Nachteil ist, dass Weitwinkel das Bild verzeichnen, es also anders darstellen, als es wirklich ist. Diese Verzeichnung nimmt man bei Objektiven von schlechter Qualität besonders wahr. Auch mein Raynox 0.5x HD-5050PRO (externer Link) hat eine leichte Verzeichnung, die sich besonders bei geraden Linien (wie hier beim Fensterrahmen) bemerkbar macht:

Weitwinkel ohne Verzerrung

Weitwinkel ohne Verzerrung

Weitwinkel mit Verzerrung

Weitwinkel mit Verzerrung

Die Geraden werden leicht oval. Wer mit HDV-Kameras hochauflösende Videos dreht, sollte spezielle HD-Weitwinkelobjektive nutzen, da andere das Bild etwas unscharf darstellen können. Außerdem sollte ein Weitwinkel-Objektiv “durchzoombar” sein, also dauerhaft scharf bleiben, auch wenn Du den Zoom benutzt. Ist das Weitwinkel nicht optimal, erscheinen im Videobild an den Ecken schwarze Ränder, eine sog. “Vignettierung” sollte auch vermieden werden. Ein anderes Weitwinkel ist dann besser geeignet.
Wer ein Weitwinkel-Objektiv für seine Kamera kaufen möchte, der sollte nachsehen, welchen Durchmesser das Objektivgewinde der Kamera hat und sich im Internet informieren, welches Weitwinkel für die Kamera empfehlenswert ist. Natürlich kann man auch beim Photo-/Videoexperten um die Ecke testen gehen…

Viel Spaß beim nächsten Dreh.

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