Hintergrund: Das MPEG-2 Format

Samstag, Oktober 25, 2008
By Felix
Dies ist Thema Nummer 5 von 57 des Buches Selbstgedrehte Videos

In dem Buch Selbstgedrehte Videos vor- und zurückblättern «Camcorder System: HDVCamcorder System: DVD»

Videobild ist sehr speicherhungrig. Doch z.B. im Internet oder auf einer DVD steht für ein Video nur begrenzt Speicher zur Verfügung. Die Lösung ist ein Codec. Ein Codec soll grundsätzlich die Videobilddaten so umrechnen, dass der Speicherbedarf sinkt, das Bild aber möglichst gleich gut bleibt. Da es hierzu verschiedene Ansätze gibt, wie man ein Bild umrechnet, gibt es auch verschiede Codecs.

MPEG-2 ist ein weit verbreiteter Codec und wird z.B. für DVDs und HDV eingesetzt. Es ist also ein Codec, der SD (das “normale” TV-Format), aber auch HD (also hochauflösendes Video) unterstützt.

Soweit die grobe Informationen. Wer es wirklich genauer wissen möchte…bitte:

Im Gegensatz zum DV-Format, wo jedes Bild einzeln aufgezeichnet wird, werden beim MPEG2-Format die Bilder miteinander verschachtelt. So steht am Anfang einer Bildfolge immer ein sog. Keyframe (I-Frame). Dieses ist ein ganzes Bild, welches aber über ein bestimmtes Verfahren bereits komprimiert ist. Vielleicht kennen Sie das Prinzip aus dem Internet oder Ihrer Digitalkamera. Dort gibt es die JPEG-Bilder, bei denen Sie die Kompression in Form von Blöcken sehen, wenn Sie sehr nah heranzoomen.

Besonders bei starken Bewegungen zeigt MPEG-2 kleine Farbblöcke

Besonders bei starken Bewegungen zeigt MPEG-2 kleine Farbblöcke

An dieses Bild schliessen sich verschiedene Zwischenbilder, die an sich keine kompletten Bilder darstellen, sondern nur Teile aus dem ersten (Keyframe-) Bild enthalten. Genauer gesagt die Teile, die sich im Vergleich zum Keyframebild verändert haben. Wieviele dieser Bilder zwischen zwei Keyframes liegen, hängt vom System ab. Deshalb besteht zwischen den verschiedenen MPEG-2 auch ein Qualitätsunterschied.

Natürlich gibt es im professionellen TV-Bereich auch eine MPEG2 I-Frame only Varianten. Das bedeutet, dass jedes Bild ein Keyframe ist. Der Film benötigt so natülich mehr Speicher, ist aber besser zu schneiden. Für den Hobbybereich ist es aber nicht interessant.

Aber das nur für den Hinterkopf. Denken Sie einfach nur daran, dass MPEG-2 ein Codec ist, der für ein “Endformat” gut geeignet ist. Soll heissen: Für eine DVD, die am Fernseher oder Computer angesehen wird. Für den Schnitt ist der Codec für unsere Zwecke nicht gut geeignet. Für das Internet würde ich ihn auch nicht empfehlen, da ist der H.264 Codec oder das Flashformat besser geeignet.

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