Videoschnitt. Schritt 1: Das Videomaterial einladen
Um das Material zu schneiden, muss es in den PC eingeladen werden. Wenn Sie 1995 einen Film schneiden wollten, mussten Sie mehrere tausend Mark (ja, die gab es damals noch…) auf den Ladentisch legen, um einen passenden PC zu bekommen. Heute schafft das jeder halbwegs aktuelle Rechner (bzw. Notebook) vom Supermarkt um die Ecke. Alles, was Sie für den Filmschnitt brauchen, ist normalerweise eingebaut:
- 1 GB RAM
- ab 100 GB Festplattenspeicher
- 1-GHz-Prozessor
- Firewire-Anschluss (wenn Sie DV-Material einladen möchten)
- USB 2.0 (wenn Sie Material von Speicherkarten- und Festplattencamcorder einladen möchten)
Nur HD-Material stellt höhere Ansprüche, da sollten es schon mindestens 2 GB RAM sein und ein 2,5- GHz-Rechner. Wer AVCHD schneiden möchte, der sollte sich nach einem mindestens Quad Core mit 2,4 GHz umschauen und mindestens 4GB RAM an Bord haben —nebst einer schneller Grafikkarte, versteht sich. Sollte Ihr PC nicht die nötigen Systemvoraussetzungen erfüllen, können Sie ihn aufrüsten. Eine Festplatte mit genügend Speicher kostet rund 50 Euro, eine Firewire-Karte um die 25 Euro und RAM-Speicher gibt es ebenfalls günstig. Der Einbau im Fachgeschäft geht schnell, oder Sie rüsten selbst nach. Beschweren Sie sich aber nicht bei mir, wenn der Rechner danach nicht mehr funktioniert
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DVD, Speicherkarten, Festplatten, Internetvideos einladen
Öffnen Sie einen neuen Film in MVD (=Magix Video Deluxe), indem Sie auf Datei/Neuer Film klicken. Ein Film bedeutet bei dieser Software ein neues Filmprojekt, bei dem am Ende ein fertiger Film steht. Wählen Sie dann Datei importieren.

Es öffnet sich ein Fenster, in dem Sie die gewünschten Videos importieren. Anschließend wird gefragt, ob das Video als neuer Film importiert oder angehängt werden soll. Diese Funktion ist recht praktisch. Sie können hiermit Ihre Videos ordnen. Stellen Sie sich die Film-Pakete vor wie Boxen. Alles, was ein Thema ist, wird in eine …Film-Box“ gepackt. Zum Beispiel könnte man bei einer Hochzeit für Kirche, Standesamt und Polterabend jeweils einen Film anlegen. Leider wird der Filmbegriff bei dem Schnittprogramm mit verschiedenen Bedeutungen belegt. Lassen Sie sich nicht verwirren.

Von Kassette einladen
Wenn Sie mit einer Mini-DV- oder HDV-Kamera arbeiten, laden Sie das Material in Echtzeit in den PC. Dafür gibt es an der Kamera verschiedene Anschlüsse, die das Video ausgeben. Die meisten Kameras besitzen höchstens drei Ausgabemöglichkeiten:
- Digital: per Firewire (I-Link oder IEEE 1394)
- Digital: per USB 2.0
- Analog: per Klinke-/Chinch-Ausgang
Besitzt Ihre Kamera weniger Anschlüsse, ist das kein Zeichen dafür, dass es sich um ein schlechtes Modell handelt. Grundsätzlich findet man oft einen so genannten analogen und einen digitalen Ausgang. Bei analogen Systemen fehlt dieser natürlich. Einen analogen Ausgang brauchen Sie, wenn der Film auf einem Fernseher gezeigt werden soll oder auf einem DVD-Videorecorder mitgeschnitten wird. Hier schließt man einfach das passende Kabel an die Kamera und an den Fernseher/Recorder an. Ist am Fernseher dann der richtige Kanal eingestellt, sieht man gleich die Videobilder. Das geht einfach, schnell und man kann gleich etwas sehen. Wollen Sie aber Ihren Film bearbeiten, eignet sich ein analoger Anschluss nicht. Ein Schnitt am PC ist nämlich nur mit digitalen Daten möglich. Drehen Sie also mit einer analogen Kamera, muss das Material zuerst umgewandelt werden. Der digitale Ausgang gibt die Bilder im Gegensatz zum analogen Ausgang ohne Qualitätsverluste weiter. Die Daten werden hier mit einem anderen System übertragen. Digitale Kopien behalten daher auch beim Kopieren ihre Qualität. Kopiert man zum Beispiel eine Musik-CD auf eine leere CD, hört man keinen Unterschied, da die Daten digital getauscht wurden.
Starten Sie MVD und schließen Sie die Kamera per Firewire (I-Link) an den PC an. Das benötigte Kabel bekommen Sie im Computerfachhandel für ein paar Euro. Sobald die Kamera erkannt wird, öffnet sich das Fenster für die Auswahl der Aufnahmequelle. Erscheint kein Fenster, klicken Sie auf Aufnahme/ Digital Video. Die Funktion DV als MPEG aufnehmen ist in der Silver-Version deaktiviert. Sie ist dafür gedacht, das Material schon vor dem Schnitt zu komprimieren, um weniger Speicher zu belegen. Nutzen Sie diese Funktion aber auch in der Vollversion nur in speziellen Fällen. Wozu sollte man in guter Qualität drehen, um vor dem Schnitt das Bild zu verschlechtern? Sparen Sie nicht am Speicher. Eine Festplatte, die knapp 80 Stunden Film in DV-Qualität speichern kann, gibt es für weniger als 100 Euro zu kaufen.
Wenn Sie das Programm zum ersten Mal öffnen, kann es sein, dass als Videoformat noch NTSC eingestellt ist. Das ist der amerikanische Videostandard. In Europa benutzen wir aber das PAL System. Stellen Sie das Videoformat vor (!) dem Einladen um. Gehen Sie dazu auf Abbrechen, wählen Sie unter Datei/Programmeinstellungen/ Video/Audio die Einstellung PAL und bestätigen Sie mit OK. Wenn Sie jetzt unter Aufnahme/DV-Aufnahme das Aufnahmefenster öffnen, hat sich das Videoformat in PAL geändert.


- Unter 1 wird der Gerätetreiber Ihrer Kamera angezeigt, dieser ist je nach Kamera unterschiedlich. Um den Ton während des Einladens zu hören, aktivieren Sie die >Audiovorschau. Allerdings hört man ihn dann auch, wenn man langsam vorspult, was mitunter stören kann. Sie können den Ton wahlweise auch an der Kamera abhören.
- Unter 2 geben Sie an, unter welchem Namen das Video gespeichert wird. Benennen Sie es am besten eindeutig.Wenn Sie irgendwann mehrere Projekte bearbeiten und einige davon löschen möchten, sollten Sie wissen, welche Dateien es sind.
- Unter 3 belassen Sie die Einstellungen am besten wie sie ist. Sie stellen hier ein, ob die Kamera automatisch startet, wenn Sie auf Aufnahme drücken. Das funktioniert allerdings nicht mit jeder Kamera. Auch der Aufnahmestart/-endpunkt funktioniert bei manchen Modellen nicht. Aber im Normalfall laden Sie das gesamte Rohmaterial ein. Drücken Sie deshalb bei Software auf den Aufnahmeknopf, nach einigen Sekunden startet die Kamera automatisch.
Es kann sein, dass der Ton beim Einladen nicht ganz synchron erscheint. Das ist kein Problem, das eingeladene Material ist auf dem PC wieder synchron. Ist die Aufnahme fertig, drücken Sie die Stop-Taste und dann OK. Sie sehen jetzt in der Filmübersicht eine oder mehrere Filmboxen. Das benötigte Material ist also eingeladen und wir können mit dem Schnitt fortfahren.


Leider wird auch bei Ihnen, wenn ich recht habe, nicht erwähnt, dass es bei HD-Camcordern, wie z.B.dem Panasinc HDC-TM700 bei der Aufnahme zu kurzen Tonaussetzern kommen kann. Panasonic schreibt dazu:
“Bei diesen HD-Camcordern erfolgt die Aufnahme in Dateien. Das bedeutet, dass Sie durch das Starten und Stoppen der Aufnahme eine Datei erzeugen.Bei der Wiedergabe werden diese Dateien dann nacheinnander abgespielt, dabei kann es dann beim Szenenwechsel zu den Aussetzern kommen, da auf eine neue Datei zugegriffen werden muss. Dies kann bei diesen Camcoirdern nicht geändert werden”.
Toll, was mache ich, wenn ich einen längeren Film mit ca. 1000 Szenen habe und zwischen jeder Szene solch einen Aussetzer habe. So einen Film kann man nicht ansehen da wirds einem Übel! Ich hätte diese Kamera nie gekauft, wenn ich das gewusst hätte, aber kein Test hat das erwähnt! Wissen Sie einen Rat! Vielen Dank.
Hallo Herr Wegmann,
interessantes Problem. Solange der Fehler nicht an den Dateien selbst liegt und diese synchron sind, würde ich dei Dateien zunächst auf meinen Rechner kopieren. Erster Test: Bestehen diese Asynchronitäten auch im Schnittprogramm ? Wenn ja, würde ich die Dateien in ein “schnittfreundliches” Format bringen. Die Dateien sind im Format: MPEG-4 AVC/H.264, daher schlage ich ein Format, wie ProRes (im Profibereich), oder MJPEG. Wenn Sie mit MPEG Streamclip (alle auf einmal) konvertieren, können Sie “Timecodefehler beheben” einstellen. Das könnte auch helfen. Viele Grüße FL