Bildeinstellungen: Wie sieht es gut aus?
Warum wirkt ein Bild gut in der Realität und am Fernseher sieht es langweilig aus? Diese Frage stellt man sich oft, wenn man seine ersten Aufnahmen anschaut. Wenn Sie zum Beispiel mit Ihrer Reisegruppe den Reichstag in Berlin bestaunen, dann lassen bestimmt ein paar Videofilmer die Kamera einfach laufen und bewegen sie so umher, wie auch sie selbst sich umblicken. Am Ende wird man seekrank, wenn man sich die Bilder im Fernseher ansieht. Jetzt lernen Sie, wie Sie die Bilder drehen müssen, um eine Situation perfekt einzufangen. Nebenbei erhalten Sie noch Tipps, wie man die Kamera in allen Situationen ruhig hält.
Video erstellen: Einstellungsgrößen
In der Realität bewegen sich Ihre Augen ständig und nehmen Details wahr. Bei Ihrem Film müssen Sie die Blicke der Zuschauer auf das lenken, was gerade wichtig ist. Das erreichen Sie mit den Einstellungsgrößen der Bilder. Wahrscheinlich haben Sie beim Drehen automatisch schon mehrere Einstellungsgrößen gewählt. Mal haben Sie alles von einer Situation gezeigt, mal sind Sie nah herangegangen, um ein Gesicht zu filmen. Wenn Sie sich einen Hollywoodfilm anschauen, können Sie sehen, wie dort die Bilder gewählt wurden, um etwas auszudrücken. Das Werkzeug «Einstellungsgröße» schauen wir uns jetzt ab. Die verschiedenen Einstellungsgrößen werden je nach Buch unterschiedlich benannt.Was man am Ende sieht, ist aber immer gleich. Lassen Sie sich also durch die Namen nicht verunsichern. Grundsätzlich können Sie sich merken: Je näher wir am Objekt sind, desto intimer wirkt die Einstellung. Je weiter weg wir stehen, desto übersichtlicher erscheint die Einstellung.
Supertotale

Supertotale -Einstellungsgröße
Diese Einstellung soll eine Übersicht über die Situation geben. Der Zuschauer soll wissen, wo er ist. Deshalb wird dieses Bild eher am Anfang einer Szene gewählt. Als Beispiel könnte das ein Alpenpanorama für einen Skiurlaub, eine Menschenmasse oder für den Hochzeitsfilm die Kirche im Wald sein. Benutzen Sie die Supertotale nur selten, sie gibt zwar einen Überblick, aber sagt nicht viel aus. Nutzen Sie lieber die Totale.
Totale

Totale -Einstellungsgröße
Hier wird das Geschehen näher betrachtet. Menschen werden ganz gezeigt und man erkennt noch das Umfeld. Diese Einstellung empfiehlt sich, um Leute in einen Zusammenhang mit einem Raum zu bringen. Man könnte also das Hochzeitspaar komplett zeigen und man sieht noch Teile des Altars. Nutzen Sie diese Einstellung gelegentlich.
Halbtotale

Halbtotale -Einstellungsgröße
Im Vergleich mit der Totalen können Sie ein wenig näher herangehen. Dabei sind jedoch die Füße der Menschen und Teile anderer Objekte abgeschnitten. Die Halbtotale benutzen Sie praktisch nie.
Amerikanisch

Amerikanisch -Einstellungsgröße. Bild: istockphoto
Diese Perspektive stammt aus den amerikanischen Cowboyfilmen. Hier werden die Coltträger so gezeigt, dass man sowohl das Gesicht als auch seine Pistole sehen kann. Diese Einstellung empfiehlt sich, wenn sich Leute bewegen oder Sie als erste Einstellung kleine Gruppen zeigen. Im Hochzeitsfilm könnten Sie so das Ringanstecken vor dem Altar drehen.
Halbnah

Halbnah -Einstellungsgröße. Bild: istockphoto
Bei dieser Einstellung zeigen Sie Menschen von der Brust bis kurz über dem Kopf. Wenn Sie im Fernsehen einen Nachrichtensprecher sehen, dann erscheint er oft in einer halbnahen Einstellung. Wenn Sie O-Töne machen, dann in der Halbnahen. Bei dieser Einstellung sieht man das Gesicht genau, es springt den Zuschauer aber nicht so an, ist nicht so intim. In der Realität sehen Sie Ihre Gesprächspartner ebenfalls in dieser Perspektive. Interviewen Sie so zum Beispiel den Bräutigam.
Nahaufnahme

Nahaufnahme -Einstellungsgrößen. Bild: istockphoto
In einer Nahaufnahme sind die wichtigen Teile des Bildes sofort erfassbar. Das bringt für uns den Vorteil, dass wir schnell die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf die wichtigsten Bildelemente, beschränken können, ohne zu sehr ins Detail gehen zu müssen. Versuchen Sie etwa 40 bis 50 Prozent der Bilder als Nahaufnahme zu drehen. Wenn die Mutter der Braut während der Trauung weint, dann halten Sie zum Beispiel mit einer Nahaufnahme drauf.
Detail

Detail -Einstellungsgrößen. Bild: istockphoto
Detailaufnahmen zeigen nur einen kleinen Ausschnitt der Situation vor der Kamera. Bei der Hochzeit wäre das zum Beispiel, wie die Ringe auf die Finger des Brautpaares gesteckt werden. Detailbilder fokussieren stark die Aufmerksamkeit. Was Sie also im Detail zeigen, das muss auch wichtig sein. Ein Detail ist nur in Verbindung mit einer anderen Einstellung sinnvoll, denn prinzipiell sagt eine Detailaufnahme nichts über den Handlungszusammenhang der Szene aus. Aus diesem Grund sollten Sie diese Einstellungsgröße nicht zu oft verwenden.


[...] erscheint jetzt in «amerikanischer» Einstellungsgröße (mehr dazu im Abschnitt «Bildeinstellungen: Wie sieht es gut aus?»). Wie soll der O-Tongeber im Bild erscheinen? Eher rechts oder eher links? Das kommt darauf an. [...]