Der Zoom – Camcorder Tutorial
Für die ersten Übungen brauchen Sie nur ein leeres Speichermedium, also eine DV-Kassette, DVD etc. Hier geht es darum, neue Funktionen Ihrer Kamera kennen zu lernen. Das macht Sie sicherer im Umgang mit der Technik. In den Übungen drehen Sie Ihre ersten eigenen Sequenzen und dabei werden Sie eine Menge Spaß haben, schließlich geht es hier um Ihr Hobby — und nicht um eine Prüfung. Die englischen Begriffe der Funktionen sind in Klammern geschrieben, da auf vielen Kameras nur diese Bezeichnungen stehen.
Übung: Zoom und Aufnahme benutzen
- Schalten Sie die Kamera ein und gehen Sie in den Kameramodus.
- Jetzt sehen Sie im Sucher oder auf dem ausklappbaren Monitor Ihren Mann oder Ihre Frau, den Garten oder einfach gesagt: den Ort, an dem Sie sich befinden. Da es uns jetzt um den Zoom im Film geht, schalten Sie bitte den Automatikmodus ein. Dieser wird je nach Hersteller unterschiedlich bezeichnet (Auto, EasyQ, Easy-Mode, Auto-Lock etc.). Da fast alle Geräte für Rechtshänder gebaut wurden, befindet sich auf der rechten Seite eine Schlaufe, durch die man die rechte Hand führen kann. Jetzt liegt meistens am Daumen der rote Aufnahmeknopf und am Zeigefinger der Zoom. Dieser ist oft durch eine Wippe oder einen Drehknopf bedienbar.
- Probieren Sie einen Zoom aus. Wie schnell (und in welche Richtungen) funktioniert er? Jetzt, wo Sie wissen, wie der Zoom wirkt, prägen Sie sich gleich ein: Zoomen Sie so wenig wie möglich im Film — am besten gar nicht. Viele Hobbyfilme bestehen nur aus Zoom- Fahrten. Getreu dem Motto …schau mal, was meine Kamera so alles kann” haben viele den Finger auf dem Zoom wie ein Rennfahrer seinen Fuß auf dem Gas eines Formel-1 Wagens. Schalten Sie einmal den Fernseher an und achten sie darauf, wie oft dort ein Zoom vorkommt — richtig: ziemlich selten. Der Grund: Ein Zoom wirkt immer unruhig im Bild und ein guter Zoom ist schwer zu machen. Er beginnt langsam, wird schneller im Mittelteil und verlangsamt sich zum Ende hin wieder, bevor er stoppt. Das entspricht am ehesten unseren Sehgewohnheiten. Solche Fahrten bekommt ein Profikameramann mit einer 50.000-Euro-Kamera hin — wir nicht. Aber das müssen wir auch gar nicht, denn der Trick heißt: Ransprung und Wegsprung.
Übung: Ran- und Wegsprung
Testen Sie den Unterschied zwischen Zoom und Sprung.
- Gehen Sie in den Garten oder einen Park und suchen Sie einen Baum. Versuchen Sie, den Baum in seiner ganzen Pracht aufs Bild zu bekommen. Zoomen Sie dazu so weit weg, wie es geht.

Camcorder Tutorial: Sprünge und Zoom
- Jetzt drücken Sie den Aufnahmeknopf (Record- Knopf), damit beginnt die Aufnahme.
- Suchen Sie sich ein Detail am Baum aus. Das kann eine Knospe sein, eine Frucht, ein Blatt — irgendetwas Auffälliges. Nach 3 Sekunden versuchen Sie den schönsten Zoom auf dieses Detail und verweilen jetzt noch 3 Sekunden.

Camcorder Tutorial: Sprünge und Zoom
- Jetzt stoppen Sie die Aufnahme wieder, indem Sie nochmals auf den Aufnahmeknopf drücken.
- Bleiben Sie an der Stelle stehen und zeichnen Sie nochmals den ganzen Baum auf. Warten Sie wieder 3 Sekunden. Jetzt gehen Sie zu dem Baum hin. Versuchen Sie so nah wie möglich an das Detail heranzukommen. Erst jetzt richten Sie die Kamera auf das Detail und zeichnen es 3 Sekunden auf.

Camcorder Tutorial: Sprünge und Zoom
- Schauen Sie sich jetzt das Material an, indem Sie in den Abspielmodus (Player-Modus) gehen. Zwei Dinge fallen Ihnen vielleicht auf. Erstens sieht die Fahrt mit dem Zoom wackliger und ungleichmäßiger aus als der Sprung im letzten Versuch und zweitens hat man bei dem letzten Versuch eher das Gefühl, an dem Detail dran zu sein. Das hat seinen Grund, denn wir können mit dem Auge nicht zoomen, wir gehen an die Objekte heran. Daher ist uns dieser Blickwinkel vertrauter.
Tipp Zoom:
Finger weg vom Zoom. Im Video sieht das nicht gut aus. Gehen Sie einfach näher zum Objekt, das gedreht werden soll. Nur wenn Sie während des Drehs nicht näher an ein Objekt kommen, stoppen Sie die Aufnahme, zoomen dann heran und drehen weiter. Nachteil: Das Bild ist immer wackliger, wenn man stark herangezoomt hat.


Hallo,
dieses tutorrial war sehr Hilfreich aber habe ich nun das Problem dass beim schneiden des videos auf dem PC der sprung sehr schlagartig wirkt. Wäre es da nicht besser wenn die Kamera auf einem Stativ steht und man ganz langsam an das gewünschte Objekt heranzoomt?
Hi Linus, ein guter Zoom ist schwer zu machen mit den Hobby-Kameras und entspricht auch nicht dem, was wir “gewohnt” sind. Im Kino oder im TV wird der Zoom nur selten eingesetzt, wir sind an die Sprünge gewöhnt.
Sollte das Bild bei Dir zu unruhig “springen”, probiere es einmal, die Totale und das Detail noch unterschiedlicher zu machen. Sprich: gehe noch ein Stück weiter weg von dem Baum (um bei dem Beispiel oben zu bleiben) und gehe dann noch näher heran, wenn es um das Detail geht. Dann sieht es in der Regel besser aus.
Alternative: Wenn Du bereits alles “im Kasten” hast, probiere eine weiche Blende von 2-4 Bildern. Das kann manchmal helfen, den Übergang weicher zu machen. Es ist aber nur eine Notlösung.
Viel Spass !