Die Kamerahöhe (Kameraperspektiven)

Mittwoch, September 16, 2009
By Felix
Dies ist Thema Nummer 45 von 57 des Buches Selbstgedrehte Videos

In dem Buch Selbstgedrehte Videos vor- und zurückblättern «Ruhige Camcorder-Bilder auch ohne StativGänge mit der Kamera»

Nicht alles, was wir drehen, liegt auf Augenhöhe. Ein Kind ist zum Beispiel kleiner als ein Erwachsener. Wir müssen also die Höhe des Camcorders während des Drehs verändern. Außerdem kann es bildlich reizvoll sein, Dinge von verschiedenen Perspektiven aus zu betrachten. Welche Ansichten das sind und wie Sie die Kamera dabei halten, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Vogelperspektive

Die Vogelperspektive ist eine Sicht von extrem weit oben, wie ein Vogel eben. Das ist in diesem Zusammenhang vielleicht etwas übertrieben, beschreibt aber die Sicht ganz gut. So hoch wie ein Vogel kommen wir nur selten, aber die Sicht von oben nach unten bekommen wir schon hin. Dazu stellen Sie sich gerade hin und nehmen die Arme mit der Kamera weit nach oben über den Kopf. Den ausklappbaren Kontrollmonitor der Kamera drehen Sie so nach unten, dass Sie ihn beim Drehen noch sehen können. Sie haben jetzt einen guten Überblick. Diese Position können Sie bei großen Gruppen nutzen oder wenn Sie bestimmte Personen in einer Gruppe zeigen wollen. Personen, die Sie von oben drehen, wirken klein und schwach. Im Film werden Verlierer gern von leicht oben gedreht, der Zuschauer bekommt so den Eindruck des Erhabenen. Sie sollten wissen, was Sie tun, wenn Sie diese Perspektive einsetzen. Leider haben Sie für die Bilder wenig Stabilität in den Händen. Vermeiden Sie daher starkes Zoomen. Versuchen Sie sich abzustützen — am besten oben bei den Händen. Lehnen Sie sich an eine Wand, nutzen Sie eine Laterne etc.

Vogelperspektive filmen

Vogelperspektive filmen

Augenhöhe

In dieser Perspektive drehen die meisten Hobbyfilmer ihre Videos. Die rechte Hand ist durch die Schlaufe gesteckt und hält die Kamera. Der Zoomknopf ist gut zu erreichen, der Aufnahmeknopf auch. Das Bild kann man durch den Sucher oder über den ausklappbaren Monitor betrachten. Dieser Blickwinkel wirkt für den Zuschauer unauffällig, aus dieser Höhe nimmt jeder seine Umwelt wahr. Diese Perspektive eignet sich ebenfalls sehr gut für Interviews (mehr zum Thema Interviews im Praxisteil «O-Töne und Interviews drehen»). Sie werden oft automatisch auf Augenhöhe drehen, weil die Kameras so konzipiert sind. Doch achten Sie darauf, auch andere Perspektiven zu wählen, um Abwechslung ins Bild zu bringen. Drehen Sie aus dieser Perspektive keine kleineren Kinder oder Tiere, Sie nehmen sie sonst aus der Vogelperspektive auf. Sie können die Haltung stabilisieren, indem Sie den rechten eingeknickten Arm mit dem Ellbogen am Bauch abstützen.

Kameraposition Augenhöhe

Kameraposition Augenhöhe

Hüfthöhe

Diese Perspektive lassen viele zu unrecht außer Acht, denn so lassen sich ruhige Bilder aus einer interessanten Perspektive drehen. Halten Sie dazu die Kamera mit beiden Händen vor den Bauch. Die Arme sind leicht angewinkelt. Um die Stabilität zu erhöhen, drücken Sie die Kamera leicht an den Bauch — das stabilisiert zusätzlich, sofern Sie nicht zu stark atmen. Stellen Sie sich vor, Sie würden eine Schüssel Wasser tragen. Vorteil dieser Haltung ist, dass Sie lange durchhalten und das Bild kaum wackelt, da Sie viel Kontakt zur Kamera haben. Die Perspektive eignet sich für Bilder, bei denen man nicht nahe vor dem Objekt steht oder mehrere Objekte zeigen möchte. Das ist übrigens öfter der Fall, als man zunächst denkt. Diese Perspektive eignet sich bedingt auch für Interviews mit Kindern, da Sie ungefähr auf ihrer Augenhöhe drehen (mehr zu Interviews lesen Sie im Abschnitt «O-Töne und Interviews drehen»). Drehen Sie aber keine großen Menschen von unten ins Gesicht («In die Nasenlöcher filmen»). Diese Perspektive ist der reinste Doppelkinn- Verstärker, besonders Frauen sind Ihnen dankbar, wenn Sie das unterlassen.

Kameraperspektive Hüfthöhe

Kameraperspektive Hüfthöhe

Bodenhöhe

Die Bodenhöhe wird auch als Froschperspektive bezeichnet. Die Kamera ist dabei so weit unten wie möglich, also meistens auf dem Boden. So ist das Bild besonders ruhig. Wenn es also geht, stellen Sie die Kamera komplett auf dem Boden ab. Meistens sehen Sie dann allerdings nur Füße, da das Bild zu niedrig eingerichtet ist. In diesem Fall gehen Sie in die Knie und ergreifen die vordere Hälfte des Camcorders. Halten Sie ihn so weit nach oben, dass Sie auch den Bildausschnitt sehen können, den Sie drehen wollen. Mit dem hinteren Teil liegt die Kamera auf dem Boden. Soll so eine längere Strecke gedreht werden, legt man etwas in passender Höhe vorne unter die Kamera. Das kann eine Jacke sein, aber auch eine Zigarettenschachtel (endlich sind die Dinger einmal zu was gut). Planen Sie einen Schwenk, behalten Sie die Kamera in der Hand. In dieser Perspektive erhalten Sie ruhige Bilder und eine ungewöhnliche, interessante Sichtweise. Personen, die Sie so drehen, wirken groß und mächtig. Die Leute erscheinen größer und schlanker. Wenn Sie Frauen einen Gefallen tun wollen, drehen Sie die Damen von den Beinen an ab und zu einmal in der Totalen auf diese Art, sofern sie keinen kurzen Minirock tragen. In vielen Filmen wird der Gute oder eben der Böse leicht von unten gedreht, das wirkt so stärker. Wenn Sie kleinere Tiere, zum Beispiel Hunde, auf dieser Höhe drehen, wirkt das niedlich — besonders, wenn der Hund noch am Kameraobjektiv schnuppert. Nutzen Sie diese Perspektive bewusst und nicht ständig, sonst stört es den Zuschauer. Sie können die verschiedenen Einstellungsgrößen auch mit den Kamerahöhen verbinden, das bringt noch mehr Abwechslung.

Kameraperspektive Bodenhöhe

Kameraperspektive Bodenhöhe

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2 Kommentare to “Die Kamerahöhe (Kameraperspektiven)”

  1. hans

    hallo das sind aber nicht die fachbegriffe !!!

    #733
  2. Hallo Hans, diese Seite ist für Hobbynutzer von Kameras. Es geht hier um die praktische Anwendung und dabei sind Fachbegriffe oft, aber nicht immer hilfreich. Es gibt genügend Webseiten mit “Fachbegriffen”. Hier gibt es einfache und leicht umsetzbare Informationen. Gruß Felix

    #736

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